Neue Arbeitsmodelle: Sind Sie als Arbeitgeber schon bereit dafür?

Arbeitsmodelle der Zukunft: Menschen mit Laptop an einem Pool

Die Arbeitswelt und unsere Arbeitsmodelle verändern sich – zwei Jahre Pandemie haben diese Entwicklung nur weiter beschleunigt. Für Unternehmen stellt sich die Frage, wie sie sich heute auf die Mitarbeitenden von morgen vorbereiten können.

Gehen wir auf eine kleine Zeitreise, zurück ins Jahr 2019. Damals herrschte der allgemeine Konsens: Die Digitalisierung wird die Arbeitswelt auf den Kopf stellen und die gängigen Arbeitsmodelle revolutionieren. Auch bezüglich der Treiber für diesen Wandel war man sich einig: Globalisierung, Big Data, das «Internet of Things» und die Erwartungshaltung der Kunden, um nur die wichtigsten zu nennen. Dann kam Corona – Prognosen, philosophische Überlegungen und schöne Theorien wurden durch unumstössliche Notwendigkeiten ersetzt. Die Digitalisierung der Arbeit war plötzlich kein Zukunftsszenario mehr, auch kein vielbeschworener «kontinuierlicher Prozess», sondern schlicht und einfach Alltag.

Im Zentrum stand dabei das Homeoffice: Vom jovialen Angebot in Employer-Branding-Massnahmen wurde es urplötzlich zur Normalität für einen grossen Teil der Bevölkerung. Und damit auch für alle Arbeitgeber, welche die technischen Voraussetzungen, neue Prozesse und häufig auch ein neues Führungsverständnis benötigten.

Mittlerweile ist die Homeoffice-Pflicht wieder aufgehoben. Heisst das «Alles auf Start – wir treffen uns wieder fünf Tage pro Woche im Büro»? Man braucht keine prophetische Gabe, um zu wissen: wohl kaum. Aber wohin führt die Reise denn nun tatsächlich, nachdem unser Verhältnis zur typischen 42,5-Stunden-Woche mit täglichem Arbeitsweg so spürbar umgekrempelt wurde? 

Office – nicht Home, sondern Mobile

In den allermeisten Unternehmen wird die Belegschaft nie mehr vollständig ins Büro zurückkehren. Da bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass die Menschen alle von zuhause arbeiten. Bei manchen ist die vielleicht aus Platzgründen gar nicht möglich, andere brauchen das Gefühl, morgens rauszugehen und einen Ort aufzusuchen, der für «Arbeit» steht. In diesem Zusammenhang erscheint es sinnvoll, von Mobile Office zu sprechen: Man arbeitet dort, wo man sich wohlfühlt, wo man produktiv sein kann. Lassen sich unnötige Wege vermeiden und das Pendeln reduzieren, umso besser. Der Boom von Coworking-Spaces kommt nicht von ungefähr und wird mit grosser Sicherheit anhalten.

Arbeitszeiten neu denken

«Nine to five» darf spätestens nach den vergangen zwei Jahren ebenfalls zu den Akten gelegt werden. Menschen haben unterschiedliche Rhythmen, sowohl rein biologisch, als auch in ihrem Lebensstil. Dies einfach zu ignorieren und in bester Stechuhr-Manier fixe «Anwesenheitszeiten» zu fordern, trägt sicher nicht zu mehr Motivation oder Effizienz bei. Dass es unter Umständen gewisse Kernarbeitszeiten gibt, die aus den Bedürfnissen von Kunden oder notwendigen Meetings folgen, versteht sich von selbst. Doch davon abgesehen erweist sich Selbstbestimmung als Vorteil für alle. Viele Unternehmen (auch wir bei beeworx) verwenden mittlerweile die «Vertrauensarbeitszeit»: Wer seine Aufgaben verlässlich erledigt, muss sich nicht über einen Stundenrapport beweisen. Freiraum für die Familie, für Hobbys und für Sport zu haben, aber dafür auch am Samstag mal den Rechner hochzufahren, gibt vielen Menschen ein völlig neues Verständnis für ihre Rolle im Unternehmen.

Flexwork und die Gig Economy

100 Prozent Arbeitspensum bei einem einzigen Arbeitgeber: Während das für die einen noch immer die Wunschvorstellung ist, wünschen sich andere neue, dynamischere Modelle. Teilzeitpensen sind längst gang und gäbe, auch Jobsharing ist immer häufiger anzutreffen. 

Doch immer mehr Menschen gehen noch einen deutlichen Schritt weiter und arbeiten nur noch projektabhängig genau dort, wo es eine spannende Aufgabe für sie gibt. Der Begriff der «Gig Economy» stammt ursprünglich aus der Finanzkrise ab Ende 2008 und steht für viele Mini- oder Mikro-Jobs, eher im Sinne einer Notlösung als einer bewussten, freien Wahl. Positiver klingt es schon, wenn von Flexworking die Rede ist: Man sucht sich seine Engagements (und die Pausen dazwischen) so aus, wie es den eigenen Vorstellungen und natürlich dem Budget entspricht.

Neue Arbeitsmodelle: Welche Konsequenzen ergeben sich für Arbeitgeber?

Im gleichen Masse, wie die Arbeitsmodelle flexibler werden, müssen dies auch die Arbeitgeber. Sie brauchen entsprechende Strukturen, in denen die Arbeitskräfte von heute einerseits produktiv arbeiten, aber dennoch zeitgemäss geführt werden können. Der Zugriff auf IT-Systeme von zuhause, aus einem öffentlich zugänglichen Coworking-Space oder auch mal aus der Strandhütte in Bali bringt natürlich auch Gefahren mit sich. Hier sind erstklassige IT-Spezialisten und klare, verbindliche Regeln unerlässlich.  

Ausserdem müssen Arbeitgeber mit einer noch deutlich höheren Personalfluktuation rechnen. Früher wurde eine solche häufig als ein Zeichen für eine mangelhafte Unternehmenskultur gedeutet, heute muss man dies deutlich differenzierter sehen. In manchen Branchen sind zeitlich begrenzte Phasen der Zusammenarbeit ganz einfach «part of the game». Das bedeutet auch neue Herausforderungen in der Rekrutierung. Eine langfristige Partnerschaft mit einem erfahrenen Personaldienstleister erweist sich in diesem Zusammenhang als wertvoller Wettbewerbsvorteil – nicht nur bei der Gewinnung von Arbeitskräften, sondern auch in der administrativen Abwicklung.

Diana Gebauer
beeworx GmbH
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