Gehaltserhöhung? So reagieren Sie als Chef souverän

Mitarbeiterin und Vorgesetzter im Gespräch über eine Gehaltserhöhung

Über eine Gehaltserhöhung zu verhandeln, ist nicht immer einfach – für beide Seiten. Mit unseren Empfehlungen für Arbeitgeber gehen Sie gut vorbereitet ins Gespräch.

Über das Gehalt Ihrer Mitarbeitenden sprechen Sie für gewöhnlich nicht nur beim Bewerbungsgespräch. Häufig kommt das Thema kurz vor Weihnachten auf den Tisch, wenn die typischen «Jahresgespräche» anstehen. Oder Sie werden überraschend damit konfrontiert, weil jemand mehr Gehalt benötigt, etwa um eine Wohnung zu kaufen, und dabei auf Ihre Unterstützung hofft. Verfügen Sie über ein strukturiertes Vorgehen, wie Sie sich auf ein solches Gespräch vorbereiten? Unsere Tipps könnten dabei eine grosse Hilfe sein.

 

  1. Die Leistung realistisch bewerten

Falls sie jemals einen der unzähligen Ratgeber für Mitarbeitergespräche gelesen haben, werden Ihre Mitarbeitenden wissen: Wer eine Lohnerhöhung möchte, verweist am besten auf Leistungen, die eine solche rechtfertigen. Entsprechend sollten Sie als Vorbereitung auf das Gespräch die Leistung analysieren, so dass es im Rahmen des Gesprächs zu einer realistischen Beurteilung kommt.  Was hat im Laufe des Jahres gut funktioniert? Wo wurden Ihre Erwartungen erfüllt, enttäuscht oder übertroffen?

Deswegen empfiehlt es sich auch nicht, sich spontan in ein Gespräch über die Höhe des Lohns verwickeln zu lassen. Falls ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin ohne Vorankündigung mit der Frage nach einer Gehaltserhöhung auf Sie zukommt, vereinbaren Sie einen späteren Termin dafür. Dieses Vorgehen mag im ersten Moment Enttäuschung hervorrufen, zeigt aber, dass Sie das Anliegen ernst nehmen und sich gebührend damit auseinandersetzen möchten.

 

  1. Ihre «Schmerzgrenze» festlegen

Auch wenn Sie sie aus Gründen der Verhandlungstaktik nie preisgeben werden: Legen Sie im Vorfeld des Gesprächs fest, wo Ihre oberste Grenze liegt. Diese Überlegung schliesst direkt an Punkt 1 an: Auf Basis der Leistung einer Mitarbeiterin oder eines Mitarbeiters ermitteln Sie, welches Gehalt Sie für angemessen halten und welches Sie maximal zu zahlen bereit sind. Ob und wo Sie sich finden, hängt vom Lauf der Verhandlungen ab. Die wichtigste Regel lautet jedoch: Auch wenn Sie dem Wunsch nach einer Gehaltserhöhung nicht nachkommen, zeigen Sie, dass Sie Ihre Mitarbeitenden und Ihre Anliegen ernst nehmen!

 

  1. Gehaltserhöhung? «Nein» ist nicht gleich «nein»

Falls Sie eine sofortige Gehaltserhöhung nicht für gerechtfertigt halten, muss das nicht zwingend zu einem «negativen» Ende des Gesprächs führen. Zeigen Sie, dass Sie bereit sind, das Thema nicht sofort ad acta zu legen. So könnten Sie eine zukünftige Lohnerhöhung fix vereinbaren für den Fall, dass bestimmte (gut messbare!) Ziele erreicht werden. Oder Sie suchen nach anderen Möglichkeiten, wie etwa das Gewähren zusätzlicher bezahlter Ferientage. Diese Alternativen müssen sich allerdings mit den Motiven der Mitarbeitenden decken. Wenn jemand aus persönlichen Gründen mehr Geld benötigt, dürften mehr Ferientage kaum eine brauchbare Lösung sein.

Falls weitere Benefits in Frage kommen, sollten Sie auch deren Wirkung beachten. Während Person A ein Firmen-Handy als Wertschätzung empfindet, wird Person B darin die Verpflichtung sehen, ständig erreichbar zu sein. Sprechen Sie mit Ihren Mitarbeitenden, um den richtigen Weg herauszufinden. Vielleicht bietet sich ein Zuschuss oder die Übernahme der Fahrtkosten an, oder Sie ermöglichen einen Tag Home Office in der Woche. Was für Ihr Unternehmen funktioniert und beim Personal ankommt, lässt sich nicht pauschal sagen. Doch Sie werden den passenden Weg finden – schliesslich kennt niemand Ihr Unternehmen so gut wie Sie selbst.

 

Diana Gebauer
beeworx GmbH
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