Im Assessment Center überzeugen – so gelingt es Ihnen

Sie wurden zu einem Assessment Center eingeladen und langsam macht sich ein wenig Nervosität breit? Das ist verständlich, aber mit unseren Tipps nicht nötig.

Vielleicht haben Sie im Laufe Ihrer Karriere schon das eine oder andere Assessment Center hinter sich gebracht. Oder Sie betreten absolutes Neuland und fragen sich, was in aller Welt Sie erwartet. Im Grunde handelt es sich bei einem Assessment Center um eine Art Aufnahmeprüfung. In deren Verlauf absolvieren Sie unterschiedliche Übungen, teils alleine, teils mit anderen Bewerberinnen und Bewerbern. Dabei werden Sie von sogenannten Assessoren beurteilt, die entweder aus dem Unternehmen kommen oder als externe Experten hinzugezogen werden. Da Fehlbesetzungen viel Zeit und Geld kosten, setzen Unternehmen gerne Assessment Centers ein, um ihre Auswahl besser «abzusichern»: Unter realen und häufig bewusst stressigen Bedingungen können Kandidatinnen und Kandidaten wesentlich genauer eingeschätzt werden als nach einem simplen Vorstellungsgespräch.

Vielleicht haben Sie bei den «bewusst stressigen Bedingungen» ein wenig gestutzt. Genau auf solche müssen Sie sich einstellen, denn Ihr potenzieller Arbeitgeber möchte sehen, wie Sie sich verhalten, wenn nicht alles läuft wie geschmiert. Doch die gute Nachricht ist: Darauf können Sie sich recht gut vorbereiten. Zumal das Rad nicht für jedes Assessment Center neu erfunden wird, sondern sich gewisse Muster und Übungen wiederholen. Was also könnte Sie erwarten?

1. Einzelübungen

Dazu gehören Aufgaben wie das Vorbereiten und Halten von Präsentationen zu einem vorgegebenen Thema, das Verfassen von Kurzaufsätzen, Logik-/Denkübungen, vielleicht ein Interview (um doch eine Art Vorstellungsgespräch zu führen) oder die klassische Postkorbübung. Falls Sie diese noch nicht kennen: Sie kommt in beinahe jedem Assessment Center vor und testet Ihre Fähigkeit, unter Zeitdruck Ruhe zu bewahren, Prioritäten zu setzen und vernünftige Entscheidungen zu treffen. Dazu erhalten Sie eine Reihe von Dokumenten, die innert üblicherweise einer Stunde zu bearbeiten sind – natürlich einschliesslich der Probleme, die sie beinhalten.

——————————————————————

Unser Tipp zur Postkorbübung

Sichten Sie zuerst alle Dokumente und Aufgaben. Kategorisieren Sie sie anschliessend: Was müssen Sie selbst erledigen, was können Sie delegieren, was kann (oder muss aufgrund der Zeit) ignoriert werden? Dabei kann Ihnen die Eisenhower-Matrix eine grosse Hilfe sein.

——————————————————————

Für das Einzel-Interview gelten grundsätzlich die gleichen Regeln wie für ein herkömmliches Vorstellungsgespräch. Beispiele für Logik- und Denkübungen finden sich im Internet zuhauf, eine besonders knifflige Herausforderung gibt es hier. Im Hinblick auf die Präsentation empfehlen wir, sicher einen Vortrag über Ihren Werdegang pfannenfertig im Kopf zu haben und einige andere Themen als Übung durchzuspielen. Bedenken Sie, dass die Inhalte sehr eng mit der zu vergebenden Stelle verknüpft oder völlig willkürlich gewählt sein können. Deswegen sollten Sie nicht zu überrascht sein, wenn sie sich beispielweise mit einer aktuellen gesellschaftlichen Diskussion auseinandersetzen dürfen.

2. Partnerübungen

Hier ist das Spektrum deutlich überschaubarer. Für gewöhnlich erhalten Sie entweder für eine Diskussion einen Standpunkt zugewiesen, den Sie vertreten sollen, oder Sie übernehmen eine Rolle in einem Konfliktgespräch. Die Assessoren beurteilen dabei Ihr Kommunikationsverhalten und Ihre «Werkzeuge» wie Rhetorik, Körpersprache, Mimik und Ihre Fähigkeit, zuzuhören (und zu verstehen!).

3. Gruppenübungen

Bei den im Team zu erledigenden Aufgaben wird das Spektrum wieder ein wenig breiter. Denkbar sind auch hier Diskussionen, aber auch komplexere Rollenspiele oder Tasks, die gemeinschaftlich zu erledigen sind. Unser Tipp: Ohne Zweifel wird es positiv auffallen, wenn Sie bei einer Übung den Lead übernehmen und so Ihre Führungsqualitäten unter Beweis stellen können. Bedenken Sie dabei aber immer: Ein echter Leader drängt sich nicht in den Mittelpunkt, indem er am lautesten auftritt. Er überzeugt durch seine Kompetenz und speziell bei Zeitdruck durch seine Ruhe. Wählen Sie gerade in solchen Situationen Ihre Worte mit Bedacht: Wichtig ist nicht, wie viel, sondern was Sie zu sagen haben.

Assessment Center: Nur nicht aus der Ruhe bringen lassen

Alles klar soweit? Vermutlich werden Sie am Morgen vor dem Assessment Center in jedem Fall ein etwas flaues Gefühl im Magen haben, aber mit der entsprechenden Vorbereitung sollte sich das in Grenzen halten. Zuletzt geben wir Ihnen noch den vielleicht wichtigsten Rat von allen mit auf den Weg: Ein Assessment Center ist dazu gedacht, Sie unter Belastung zu testen. Manche Aufgaben sind bewusst so angelegt, dass nicht alle Teile innerhalb der vorgegebenen Zeit gelöst werden können. Vielleicht erhalten Sie sogar Anweisungen, die widersprüchlich formuliert sind oder während der Übung nochmals geändert werden. Und von den Assessoren kommt unter Umständen Kritik, die Ihnen überzogen erscheint. Lassen Sie sich davon nicht entmutigen: All das gehört zum Spiel – und Ihre Mitbewerberinnen und Mitbewerber müssen mit den gleichen Schwierigkeiten klarkommen wie Sie. Gerade deswegen wünschen wir Ihnen für Ihr Assessment Center: einen kühlen Kopf und viel Erfolg!

Diana Gebauer
beeworx GmbH
Birsstrasse 320
CH-4052 Basel
diana.gebauer@beeworx.ch
Tel: +41 (0)61 284 40 40

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.