Ist Führen durch Zielvereinbarung für Ihr Unternehmen geeignet?

Führen durch Zielvereinbarung

Trends gibt es in jedem Lebensbereich, auch in der Führungsarbeit. Hat Management by Objectives seinen Zenith überschritten?

Das Führen durch Zielvereinbarung – oder Management by Objectives (MbO) – kennen wir seit den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Sein geistiger Vater war der österreichisch-amerikanische Wirtschafts-Vordenker Peter Drucker. In vielen Unternehmen gehört das Führen über Zielvereinbarungen zum selbstverständlichen «Handwerkszeug». Während die grundsätzlichen Vorteile allgemein anerkannt sind, wird die nutzbringende Umsetzbarkeit in der Praxis immer häufiger in Frage gestellt. Doch lassen Sie uns zunächst klären, worauf MbO in seiner ursprünglichen Form abzielt.

Mehr Transparenz schaffen

Im Grunde geht es bei Management by Objectives darum, eine reine Stellenbeschreibung durch Ziele zu ersetzen. Statt einer Mitarbeiterin zu sagen «Du bist verantwortlich für die Arbeitssicherheit im Betrieb», gibt es eine klare Vorgabe wie «In diesem Jahr senken wir die Zahl der Arbeitsunfälle um 10 Prozent». Die Ziele werden gemeinsam von der Führung und den betreffenden Mitarbeitenden festgelegt. Abgeleitet werden sie aus den strategischen Unternehmenszielen, welche das Personal zu diesem Zweck kennen müssen. Daraus ergibt sich bereits der erste grosse Pluspunkt des MbO: Es sorgt für Transparenz und zeigt den Mitarbeitenden, welchen Beitrag sie zum grossen Ganzen leisten.

Verantwortung übertragen, Motivation steigern

Die Ziele sollten auf keinen Fall durch die Geschäftsleitung diktiert, sondern gemeinsam erarbeitet werden. Darüber hinaus sollten sie SMART sein:

S – spezifisch

M – messbar

A – aktiv beeinflussbar

R – realistisch

T – terminiert

Durch die Zielvereinbarung wird den Mitarbeitenden eindeutig mehr Verantwortung übertragen: Ihnen wird nicht vorgegeben, was sie zu tun, sondern was sie zu erreichen haben. Der Weg dorthin liegt zu einem grossen Teil in ihrem Ermessen. Aus diesem Grund muss auch klar festgelegt sein, welche Ressourcen zur Verfügung stehen – zeitlich, finanziell und personell. Auch falls es sich abzeichnet, dass ein Ziel nicht erreicht werden kann, ist es Aufgabe des verantwortlichen Mitarbeiters, dies rechtzeitig zu melden. Auf diese Weise werden Führungskräfte entlastet, da sie weniger Zeit für ihre Kontroll-Aufgaben aufwenden müssen. Gleichzeitig wird die Motivation der Mitarbeitenden gesteigert, da sie mehr Gestaltungsspielraum erhalten. Für MbO eignen sich übrigens nicht nur Unternehmensziele, sondern auch persönliche Ziele, welche die Entwicklung der einzelnen Mitarbeitenden betreffen.

Führen durch Zielvereinbarung – Perspektiven für die Zukunft

Die bisher genannten Punkte klingen beinahe durchweg positiv – weshalb also sollte man Sinn und Umsetzbarkeit des MbO anzweifeln? Vereinfacht ausgedrückt: Weil es ein wenig in die Jahre gekommen ist und weil seine Umsetzung nicht immer im Geiste des Erfinders stattfindet. Tatsächlich wird es häufig als reines Kontrollinstrument zweckentfremdet und mit finanziellen Anreizen kombiniert: Die Unternehmensleitung gibt ein Umsatzziel vor, bei dessen Erreichen ein Bonus ausbezahlt wird. Ein spannendes Interview zu diesem Thema finden Sie auf dem KMU Portal des Bundes. Egal, ob Sie in Ihrem Betrieb das Management by Objectives schon lange einsetzen oder gerade über seine Einführung nachdenken: Es lohnt sich in jedem Fall, sich sowohl mit den Grundlagen als auch mit der Adaption für die heutige Wirtschaftswelt ausführlich zu befassen. Nur so kann das Führen durch Zielvereinbarung seine gewünschte Wirkung entfalten.

 

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