Rhetorik fürs Vorstellungsgespräch

Im Vorstellungsgespräch rhetorisch überzeugen

Vor Zuhörern überzeugend zu sprechen, ist nicht jedem von uns in die Wiege gelegt. Unsere Tipps verraten Ihnen, wie Sie in Ihrem Vorstellungsgespräch rhetorisch punkten – auch wenn Sie sich bisher nicht als talentierten Redner betrachtet haben.

Ihre Bewerbungsunterlagen haben den Test eines potenziellen Arbeitgebers bestanden und Sie haben es bis ins Vorstellungsgespräch geschafft. Jetzt heisst es: «Live» vor Publikum überzeugend auftreten. Allgemeine Experten-Tipps zum Vorstellungsgespräch haben wir bereits hier für Sie zusammengestellt. Hier und heute wollen wir uns speziell mit der Rhetorik befassen – mit der Kunst der (freien) Rede.

  1. Übung macht den Meister.
    Kaum ein begnadeter Redner lebt nur vom Talent allein. Wenn Sie selten bis nie vor Fremden oder vor einer grösseren Gruppe von Menschen sprechen, sollten Sie nicht erwarten, in der Stress-Situation eines Vorstellungsgesprächs plötzlich zum Rhetorik-Profi zu mutieren. Nehmen Sie sich Zeit zu üben – und proben Sie mit Freunden für den Ernstfall. Spielen Sie mehrfach die erste Begegnung mit Ihrem nächsten Arbeitgeber durch. Das gibt nicht nur Sicherheit in der Rhetorik, Sie bemerken so auch rechtzeitig, welche Fragen Sie ins Stottern bringen könnten.
  2. Gute Vorbereitung ist die halbe Miete.
    Zu jedem Vorstellungsgespräch gehören einige Standard-Fragen – und auf diese können Sie sich gezielt vorbereiten. Ihren bisherigen Werdegang beispielsweise sollten Sie auf jeden Fall flüssig beschreiben können. Überlegen Sie sich im Vorfeld, wie Sie sich präsentieren möchten, und üben Sie auch dies mit Freunden. Dabei soll kein auswendig gelernter Vortrag entstehen – aber einige griffige Formulierungen dürfen Sie ruhig als Ankerpunkte verwenden. Hier lassen sich sehr schön berühmte Zitate mit einem Bezug zu Ihrem Lebenslauf einbauen.
  3. Entwickeln Sie Ihre eigene Sprache.
    Erinnern Sie sich dunkel an die vorgetragenen Gedichte in der Schule? Für gewöhnlich klang das wie direkt aus dem Leierkasten. Grausam. Durchbrechen Sie das rhetorische Jugend-Trauma! Versuchen Sie bewusst, bei Tempo, Rhythmus und auch Lautstärke abzuwechseln. Üben Sie, wie man bestimmte Punkte gezielt betont. Setzen Sie bewusst Pausen ein. Ihren eigenen Stil zu entwickeln, geht nicht im Handumdrehen. Ein Grund mehr, möglichst bald damit anzufangen.
  4. Jetzt wird es ernst!
    Auch für das Vorstellungsgespräch selbst gibt es einige Grundregeln:
    – Nehmen Sie das angebotene Glas Wasser auf jeden Fall an. Ein Schluck wirkt gegen die möglicherweise trockene Kehle – und kann Ihnen ein wenig Zeit erkaufen, falls Sie über eine Frage nachdenken müssen.
    – Überhaupt: Nachdenken ist nicht verboten. Nehmen Sie sich bei Bedarf einen Moment Zeit, sich Ihre Antwort auf eine Frage zurechtzulegen. Damit überzeugen Sie sicher mehr als mit einem Schnellschuss, der Sie direkt in eine argumentative Sackgasse manövriert.
    – Augenkontakt: Suchen Sie den Augenkontakt zu Ihrem Gegenüber, gerade zu Beginn des Gesprächs.
    – Humor: Eine Unterbrechung (etwa durch eine technische Panne) dürfen Sie ruhig mit einem Augenzwinkern kommentieren. Gerade nach einem Tag mit vielen Interviews sind Ihre Gesprächspartner vermutlich dankbar für eine Auflockerung. Aber übertreiben Sie es nicht: Sie bewerben sich (höchstwahrscheinlich) nicht um eine Stelle als Standup Comedian.
  5. So nicht …
    Sicher hatten Sie einige rhetorische Grundregeln im Kopf, lange bevor Sie diesen Beitrag gelesen haben. Leider erweisen sich einige «Volksweisheiten» zu diesem Thema als fragwürdig bis schlichtweg falsch. Hier finden Sie einige der am meisten verbreiteten Irrtümer auf dem Gebiet der Rhetorik.

Da Sie mit einer Vielzahl von Mitbewerbern rechnen müssen, sollten Sie dafür sorgen, dass Sie Ihrem Gegenüber in Erinnerung bleiben. Überlegen Sie sich im Vorfeld einen «knackigen» Abschluss für Ihr Vorstellungsgespräch. Die Aussicht auf den neuen Traumjob sollte Ihnen diese Vorbereitung erleichtern. Wir wünschen Ihnen in jedem Fall viel Erfolg!

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