Zeitarbeit – vom «Menschenhandel» zum visionären Arbeitsmodell

Zeitarbeit ist eine relativ neue Erscheinung auf dem Arbeitsmarkt – jedenfalls, wenn man in grösseren Zeiträumen denkt. Der erste sogenannte «Temporary Help Service» wurde in Milwaukee 1947 eröffnet. Da Gewerkschaften die neuen Ideen zur zeitlich begrenzten Arbeitsvermittlung als Bedrohung empfanden, wurde Zeitarbeit relativ schnell als moderner Menschenhandel gebrandmarkt. In Deutschland wurde die Leiharbeit sogar 1957 verboten. Tatsächlich gab es Vermittler, die mit Lohn-Dumping und Leuteverleih durch Auktionen die junge Branche relativ schnell in Verruf brachten. Heute ist das anders.

Moderne Anbieter qualifizierter Personaldienstleistungen zeichnen sich durch «Equal Pay», gleiche Bezahlung von Festangestellten und Temporärmitarbeitern, sowie Weiterbildungen im Rahmen des allgemeinverbindlich erklärten Gesamtarbeitsvertrages Personalverleih aus. Kurz gesagt gelten für Temporärmitarbeiter die gleichen branchenüblichen Bedingungen wie für Festangestellte, zumindest was Regelungen zu Lohn, Arbeitszeiten, Arbeitsschutz und Ferien anbetrifft. Der einzige Unterschied besteht in den Kündigungsfristen, die bei Temporären wesentlich flexibler sind. Zudem entwickeln sich moderne Personaldienstleistungen weg vom Niedriglohnsektor hin zur Startrampe für junge hochqualifizierte Fachkräfte, die in möglichst kurzer Zeit so viel Berufserfahrung wie möglich sammeln wollen.

Bereits jetzt haben viele junge Mitarbeitende die Temporärarbeit als ihr Arbeitsmodell für die Zukunft entdeckt. Sicher ist es eine neue Form von Wanderarbeit, aber schaut man genau hin, findet man in der Temporärarbeit Menschen, die ihren Traum verwirklichen: als flexible, hochqualifizierte und hochspezialisierte Fachleute, die lösungsorientiert agieren, Produktionsengpässe überbrücken und damit ganz neue Wege beschreiten. Wer immer wieder in neue Firmen vermittelt wird, macht unterschiedlichste Erfahrungen, sammelt wertvolle Kenntnisse, Kontakte und damit Karrierechancen für seine Zukunft. Von Ingenieuren für Verfahrenstechnik über den Vertriebsmanager bis zum Systementwickler – die Botschaft lautet: Der Arbeitsmarkt der Zukunft erfordert sehr viel Flexibilität vom Einzelnen. Warum setzen wir diese Flexibilität nicht zu unserem Vorteil ein, selbstbestimmt, abwechslungsreich und mit der Chance, sich schnell und mit einem breiten Erfahrungshorizont auf dem Arbeitsmarkt zu qualifizieren?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.