Temporärarbeit – vom Indikator für Wirtschaftswachstum zum Wirtschaftsmotor?

Die Erfahrung zeigt, dass der Anstieg von Temporärarbeit ein verlässlicher Indikator für wirtschaftliches Wachstum ist. Ist ja auch logisch. Temporärmitarbeiter kommen dann zum Einsatz, wenn die personellen Kapazitäten eines Unternehmens nicht mehr ausreichen, um die vorhandene Auftragslage zu bewältigen. Im grossen Zusammenhang gesehen, sollte Temporärarbeit tatsächlich ein sehr realer und früher Indikator für Wirtschaftswachstum sein – noch bevor dieses Wachstum sich im Absatz von Produkten oder der Nutzung von Dienstleistungsangebot niederschlägt.

Wie lässt sich die Auslastung eines Unternehmens langfristig planen? Das ist natürlich extrem abhängig von der Branche, in der das Unternehmen tätig ist. Allgemein jedoch sind die Planungsphasen erheblich kürzer, Prognosen zur wirtschaftlichen Entwicklung vorläufiger geworden. Zudem liegen besonders auf dem globalen Markt viele Faktoren für wirtschaftliche Entwicklung ausserhalb des Einflussbereiches der Unternehmen, vielfach auch ausserhalb des Gestaltungsbereiches von Politik und Gesellschaft.

Um bei einer steigenden Flexibilität auf den Märkten für das eigene Unternehmen einen soliden und nachhaltigen Gewinn zu erwirtschaften, ist Temporärarbeit ein ideales Instrument. Die Fachkräfte werden dann eingesetzt, wenn sie wirklich gebraucht werden – effizient und kostensensibel. Hinzu kommt, dass bei einer steigenden Spezialisierung die Nachfrage für gut ausgebildete und hochspezialisierte Fachkräfte wächst. Kurz- und mittelfristig ist Temporärarbeit die passende Antwort auf sich verändernde Arbeitsstrukturen und Zusammenhänge. Aber wie sieht es mit den langfristigen Perspektiven aus?

Neben der klassischen Temporärarbeit als Interimslösung um Auftragsspitzen abzufangen, wird sich in Zukunft der zeitlich befristete Einsatz von hochspezialisierten Experten durchsetzen. Beauftragende Unternehmen haben so die Möglichkeit, für ausgewählte Projekte ausgezeichnete Fachleute vielleicht sogar im Team zu akquirieren. Der Vorteil von Temporärmitarbeitern ist, dass sie in kurzer Zeit sehr viel Erfahrung sammeln. Diesen Erfahrungsschatz bringen sie bei jedem Einsatz mit. Wer die spezifischen Qualifikationen und das Expertenwissen gezielt einsetzt, ist klar im Vorteil. Der befristete Einsatz hochspezialisierter Mitarbeiter kann zu einem echten Entwicklungsschritt und im besten Fall zum Wirtschaftsmotor für das eigene Unternehmen werden.

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